Unverständnis über das weiter geltende Verbot für Präsenzveranstaltungen der vhs Olching

Eine Shoppingtour, eine Busreise, ein Besuch in einem Restaurant, eine Demonstration mit tausenden anderen Menschen sind schon jetzt oder in Kürze möglich. Das Lernen Erwachsener hingegen – in kleinen Gruppen, unter Einhaltung geregelter Infektionsschutzmaßnahmen – in Integrationskursen, im Sprachenbereich, in der präventiven Gesundheitsbildung, in der politischen, kulturellen und künstlerischen Bildung hat weiterhin keine Perspektive.

Nicht nachvollziehbar ist diese Situation für die knapp 200 Volkshochschulen in Bayern, ihre 30.000 freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten und insbesondere ihre zwei Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Obwohl Erwachsenenbildung in Bayern Verfassungsrang hat (Artikel 139 der Bayerischen Verfassung) und in Artikel 1 des Bayerischen Gesetzes zur Förderung der Erwachsenenbildung als gleichberechtigter und eigenständiger Hauptbereich des Bildungswesens definiert ist, erfährt sie in der Öffnungsdebatte und in einer der größten gesellschaftlichen Krisen seit dem 2. Weltkrieg keine angemessene Berücksichtigung.

Nach der neuesten Verordnung der Bayerischen Staatsregierung ist es der vhs Olching (und auch allen anderen Volkshochschulen) weiterhin untersagt, Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Daher wird der Kursbetrieb bis zum 31.05.20 unterbrochen. Der Volkshochschule bricht damit weiterhin die Geschäftsgrundlage weg und ist abhängig von der Solidarität der Kommune und der vhs-Teilnehmenden.

Dass die Erwachsenenbildung bisher im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen / kulturellen Bereichen nicht berücksichtigt wird, kein Rettungsschirm angedacht ist, bedauern wir sehr. Bildung ist kein Luxus in Krisenzeiten! Mit der offenen Lernkultur eröffnen wir als Volkshochschule Bildungschancen für vielfältige Lebenssituationen und führen Bildungsarbeit in der Tradition der Aufklärung durch. Wir stehen insbesondere für gesellschaftliche Teilhabe und sind mit unseren vielfältigen Bildungsangeboten, die Orientierungswissen vermitteln und sich deutlich gegen jedwede Form von Ausgrenzung und kruder Wissenschaftskritik positionieren, die beste Prävention vor dem wachsenden Einfluss von Verschwörungstheorien und Fake News.

Wir bleiben weiterhin am ball und haben aufgrund der fehlenden Präsenzangebote unser online-Kursangebot erheblich ausgeweitet – auch die Kursleiter wie auch die Teilnehmer sind zunehmend bereit, sich auf dieses doch Neuland zu begeben. Hierzu schauen Sie einfach immer mal wieder auf unsere Webseite – wie auch in den sozialen Medien – 😉.

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1 Antwort zu Unverständnis über das weiter geltende Verbot für Präsenzveranstaltungen der vhs Olching

  1. Karl Haschke sagt:

    Da hat die VHS einfach recht! Wenn eine halbe Schulklasse, 12 oder 15 Schülerinnen und Schüler, in einem Klassenzimmer Platz hat – warum dann nicht auch ein Spanisch-Kurs
    mit vielleicht 13 Teilnehmern?
    Vermutlich ist die VHS in dieser Frage ein Opfer schlicht verweigerter Differenzierung der bayerischen Behörden geworden. Die Rasenmähermethode ist halt verführerisch: Man braucht sich keine Gedanken zu machen!

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