Antrag der Freien Wähler Olching: Analyse des Einwohnerzuwachses von Olching und Verdichtungsanalyse

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Tagesordnung des Ferienausschusses nehme ich zum Anlass folgenden Antrag zu stellen:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Verteilung des Einwohnerzuwachses im Stadtgebiet von 1978 bis 2020 festzustellen und zu analysieren sowie darzulegen, im welchem Ausmaß eine Verdichtung innerorts auf noch mit Siedlungshäusern, die auf Grundstücken von 400 qm aufwärts stehen, möglich ist.

Begründung: Auf der Tagesordnung des Ferienausschusses stehen einige Bauanträge zur Beurteilung, die nach meinen Beobachtungen seit geraumer Zeit symptomatisch für eine schleichende Veränderung der Anzahl der Wohnungen und damit des Einwohnerzuwachses sind. Auf Grundstücken, auf denen bisher ein altes Siedlungshaus für eine Familie stand, sollen nun Gebäude mit 5, 6 bis zu 16 Wohnungen entstehen. Dieses sukzessive Verdichtung auf Grundstücken, die einst mindestens 1000 qm groß sein mussten, weil die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf dem eigenen Grundstück erfolgen musste, ist im gesamten Stadtgebiet zu beobachten. Da nun die „alten Eigentümer“ sterben, werden die kleinen Siedlungshäusern abgerissen und das Grundstück maximal bebaut.

Olching hatte 1978 etwa 18.300, jetzt etwa 28.200 Einwohner, also in 42 Jahren einen Zuwachs von etwa 10.000 Einwohnern. Häufig wird dafür fälschlicherweise das Schwaigfeld verantwortlich gemacht. Im eigentlichen Schwaigfeld wohnen nach meiner Schätzung etwa 2.500, in dem Gebiet am Heideweg und auf dem ehemaligen Mannesmann-Gelände etwa weitere 1000 Menschen. Bei der Analyse ist zu berücksichtigen, dass das MD-Gelände an der Feusstraße und Teile des Schwaigfelds im Einheimischenmodell besiedelt wurden, also kein Zuzug von außen stattfand. Der Einwohnerzuwachs erfolgte demnach mindestens zu 2/3 im übrigen Stadtgebiet, davon ein erheblicher Teil infolge der oben genannten schleichenden Nachverdichtung. Da es in Olching noch viele solcher potentieller Nachverdichtungsflächen gibt, muss überlegt werden, ob und wie bauleitplanerisch darauf reagiert werden soll.

Ewald Zachmann

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