
Als Besucherin der Stadtratssitzung am 28. Juli 2026 habe ich die Beratungen mit großem Interesse verfolgt.
Unter Tagesordnungspunkt 5 wurde erneut die Angelegenheit rund um die Ausschussgemeinschaft von Frau Dr. Jaschke und Frau Girtner sowie deren rechtliche Würdigung behandelt.
Bereits in einer früheren Sitzung war dieses Thema ausführlich beraten worden. Damals umfassten die Sitzungsunterlagen nach meiner Kenntnis 57 Seiten. Bei rund 30 Stadtratsmitgliedern und zahlreichen Ausfertigungen dürften dafür etwa 2.280 bedruckte Seiten Papier benötigt worden sein – nahezu die Menge eines ganzen Baumes. Die Beratung nahm damals rund eineinhalb Stunden in Anspruch.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der damalige Sachvortrag von Frau Reiter. Sie erläuterte den Sachverhalt ruhig, sachlich und verständlich. Selbst für die anwesenden Bürgerinnen und Bürger war die rechtliche Ausgangslage gut nachvollziehbar.
Umso mehr hat es mich überrascht, dass der Stadtrat trotz dieser fachlichen Einschätzung von Frau Reiter mehrheitlich dem Antrag von Frau Freudenstein folgte und die Ausschussgemeinschaft zunächst nicht anerkannte.
Inzwischen hat die Kommunalaufsichtsbehörde den Sachverhalt rechtlich bewertet und eine Entscheidung getroffen. Für mich stellt sich deshalb die Frage, welchen Eindruck ein solcher Ablauf bei den Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt. Wenn eine Angelegenheit zunächst anders entschieden wird als später von der zuständigen Aufsichtsbehörde bewertet, wirft das aus Sicht einer Bürgerin durchaus Fragen auf.
Auch bei der Entscheidung darüber, wer die Stadt Olching künftig im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertreten soll, stimmte die Mehrheit von CSU und Bündnis 90/Die Grünen gegen Frau Dr. Jaschke. Der Vorschlag an die CSU gerichtet , im Sinne eines Kompromisses die Zahl der Sitze von drei auf zwei zu reduzieren, fand bei der größten Fraktion keine Mehrheit.
Als Bürgerin frage ich mich, wie unter diesen Voraussetzungen eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im Stadtrat während der laufenden Wahlperiode gelingen soll. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass unterschiedliche politische Auffassungen sachlich ausgetragen werden und am Ende das gemeinsame Interesse der Stadt im Mittelpunkt steht.
Mein persönlicher Eindruck nach dieser Stadtratssitzung ist, dass das Vertrauen in eine konstruktive Zusammenarbeit dadurch nicht gestärkt wurde.
Ich hoffe sehr, dass sich der Umgang miteinander in den kommenden Monaten verbessert und der Stadtrat zu einer sachorientierten und erfolgreichen Arbeitsweise findet. Das hätten die Stadt Olching und ihre Bürgerinnen und Bürger verdient.
Andrea Dittelbach














