Eine Antwort auf die Diskussion um meinen Dank an den Bauhof .

Eine Antwort auf die Diskussion um meinen Dank an den Bauhof

Hier der Link zum Originalbeitrag mit seinen Kommentaren:

https://olchingblog.de/%f0%9f%92%99-danke-an-unseren-bauhof-fuer-einen-einsatz-den-viele-gar-nicht-sehen/

Ich möchte mich noch einmal zu den Kommentaren äußern, weil aus einem eigentlich ganz einfachen Dank an die Mitarbeiter des Bauhofs inzwischen eine politische Grundsatzdiskussion gemacht wurde.

Dabei geht meiner Meinung nach etwas Wesentliches verloren:

Die Bürgerinnen und Bürger in Olching erwarten von ihrer Politik keine Wortgefechte darüber, wie ein Dankeschön formuliert werden darf. Sie erwarten Taten.

Gerade für die Menschen in Olching Süd und insbesondere im Bereich der Sommerstraße ist das Thema Starzelbach keine theoretische Diskussion und schon gar kein Anlass für „Lobhudelei“.

Beim Hochwasserereignis 2024 haben dort Bürgerinnen und Bürger teilweise erhebliches Eigentum verloren. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe. Nach meiner Wahrnehmung haben dabei auch Versäumnisse bei der Pflege und beim Freihalten des Starzelbachs sowie nicht ausreichend unterhaltene beziehungsweise früher vorhandene Entwässerungsgräben im Bereich der Fischteiche eine große Rolle gespielt. Die Folgen waren für die Betroffenen erheblich.

Auch 2025 zeigte sich erneut, wie wichtig ein funktionierender und freier Bachlauf ist. Ein mögliches weiteres Schadensereignis konnte damals unter anderem dadurch verhindert werden, dass die Freiwillige Feuerwehr Olching den Durchfluss des Starzelbachs wiederherstellte.

Und jetzt gibt es erneut Anlass zur Sorge: Auf Emmeringer Flur wurden wiederum ein größerer Baum und ein Biberbau im Bereich des Starzelbachs festgestellt. Nach meinem Kenntnisstand wartet diese Situation bereits geraume Zeit auf eine Lösung.

Genau darüber sollten wir als Kommunalpolitiker sprechen.

Darüber, wie wir verhindern können, dass sich die Ereignisse von 2024 wiederholen.

Darüber, wie der Starzelbach dauerhaft gepflegt und kontrolliert wird.

Darüber, wie die Entwässerung in den betroffenen Bereichen funktioniert.

Darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gemeinden verbessert werden kann.

Und darüber, wie wir den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ihre berechtigten Sorgen nehmen können.

Denn diese Menschen wenden sich immer wieder an den Olching Blog, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Auch in persönlichen Gesprächen werden mir als Stadtrat und zugleich selbst betroffenem Bürger immer wieder die Ängste und Sorgen der Anwohner geschildert.

Diese Sorgen nehme ich ernst.

Und genau deshalb habe ich den Mitarbeitern unseres Bauhofs öffentlich gedankt.

Denn wenn die Mitarbeiter des Bauhofs auf Olchinger Flur immer wieder dafür sorgen, dass Äste, Treibgut und andere Hindernisse aus dem Starzelbach entfernt werden und der Wasserabfluss möglichst gewährleistet bleibt, dann ist das aus meiner Sicht keine Selbstverständlichkeit, für die man sich nicht öffentlich bedanken darf.

Im Gegenteil:

Dafür kann und sollte man Danke sagen.

Und ein öffentlicher Dank bedeutet keinesfalls einen Vorwurf an andere Mitarbeiter der Stadt. Ganz im Gegenteil: Selbstverständlich gilt meine Anerkennung allen Beschäftigten der Stadt Olching, die täglich ihre Arbeit leisten.

Was mich allerdings irritiert, ist, dass ausgerechnet die Form eines Dankes zum Thema gemacht wird, während die eigentlichen Probleme der betroffenen Bürgerinnen und Bürger dabei in den Hintergrund geraten.

Wer heute in den besonders hochwassergefährdeten Bereichen eine neue Elementarschadenversicherung für sein Haus und sein Hab und Gut abschließen möchte, muss teilweise mit deutlich höheren Beiträgen rechnen als Bürgerinnen und Bürger in anderen Bereichen der Stadt. Und bis heute sind nach meinem Kenntnisstand noch nicht sämtliche Schäden des Hochwasserereignisses von 2024 in allen betroffenen Gebäuden vollständig abgearbeitet.

Das sind die Themen, die die Menschen beschäftigen.

Nicht die Frage, ob ein Stadtrat einen Dank an die Mitarbeiter des Bauhofs besser im Rathaus, im Bauhof oder öffentlich im Olching Blog ausspricht.

Ich werde deshalb auch weiterhin die Sorgen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen und öffentlich ansprechen, wenn ich der Meinung bin, dass sie Aufmerksamkeit benötigen.

Und ich werde mich auch weiterhin bei denjenigen bedanken, die ihre Arbeit gut machen.

Das eine schließt das andere nicht aus.

Vielleicht sollten wir uns deshalb wieder auf das Wesentliche konzentrieren:

Die Bürgerinnen und Bürger wollen von uns Politikern keine gegenseitigen Wortgefechte darüber, wer wem wie danken darf.

Sie wollen, dass wir ihre Probleme ernst nehmen, gemeinsam Lösungen suchen und handeln.

Genau dafür sind wir gewählt worden.

Und genau daran sollten wir uns messen lassen.

Rainer Saalfeld  als Anwohner und betroffener Bürger

 

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