Ewald Zachmann: Zu Münch und das Silvesterfeuerwerk

Ganz so hoch muss man die Sache nicht hängen wie Alfred Münch, der gleich noch parteipolitische Verschwörungen vermutet.
Der Antrag war sehr unausgegoren. In Deutschland sind private Feuerwerke an sich genehmigungsbedürftig. Einzige Ausnahme an Silvester als alte (unchristliche) Tradition der Vertreibung von bösen Geistern. Dass in Zeiten eines sensibleren Umwelt- und Klimabewusstseins diese Knallerei hinterfragt wird, ist legitim und gut. Solange aber in Deutschland im Gegensatz zu Italien, Frankreich, Dänemark und Teilen von Österreich die Silvesterschießerei erlaubt ist, sind der Stadt die Hände gebunden. Sie kann nur in bestimmten Bereichen, beispielsweise in der näheren Umgebung von Pflegeheimen, feuergefährdeter Bausubstanz, Biotopen und Wald die Knallerei verbieten. Dass sich 28.000 Einwohner enthalten, wenn ein zentrales Feuerwerk auf dem Volksfestplatz stattfindet, und sich nach Stunden der Feierei zu hause oder in Gesellschaft gegen Mitternacht dorthin zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufmachen – Autofahren ist tabu wegen Alkohol und/oder unnötigem CO2-Ausstoß – , ist unwahrscheinlich und lebensfremd.
Deshalb hat die FWO-Stadträtin Gerlinde Zachmann den Vorschlag gemacht, das Geld eher für eine nachhaltige Aufklärungskampagne der Bevölkerung über die gesundheitsschädlichen und sonstigen Folgen (Tierschutz, Luftverschmutzung, Müll etc.) einer solchen Böllerei zu verwenden.
Denkbar wären mehrere dezentrale Feuerwerke ohne großes sonstiges Getöns, die von jedem/jeder bequem zu Fuß erreicht werden können, weil damit eher die private Knallerei eingedämmt werden dürfte.
Noch ein Wort zur Wahlkampfhilfe für den CSU-Kandidaten durch dessen Vater, der als federführender Kommandant der Feuerwehren eine besondere Verantwortung für die Schonung der Ressourcen der ehrenamtlichen Helfer trägt. Darüber sollte sich Münch keine Sorgen machen, solange der CSU-Fraktionssprecher den amtierenden SPD-Bürgermeister bei jeder Gelegenheit über den Schellen König lobt und mit wohlmeinenden Ratschlägen versieht. Diese Wahlkampfhilfe kann anderswo gar nicht ausgeglichen werden.
Ewald Zachmann
FWO-Fraktionssprecher
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