Bürgerinitiative gegründet: Einspruch gegen den Bebauungsplan Paulusgrube noch bis 31.07.2020

Der Bebauungsplan für die Paulusgrube im Zentrum Olchings wurde geändert – soll die zentrale Stadtentwicklung einem Investor überlassen werden?

Der aktuelle Bebauungsplan enthält nicht mehr viel von den Ergebnissen einer Bürgerbefragung und eines Bürgerworkshops in den Jahren 2012 und 2013. Es wichen die Ideen einer Stadthalle oder einem Gebäude für die VHS sang- und klanglos einem Einkaufszentrum, sowie einem überdimensionierten Parkhaus mit bis zu 600 Stellplätzen.

„Es müssen dazu in diesem Areal mehr als 600  Bäume über 10 Meter gefällt werden, es bleibt nichts von dem alten Baumbestand übrig“ sagt Ulrike Girtner, Referentin für Naturschutz und öffentlich Grünanlagen der Stadt Olching, die die aktuellen Planungen ablehnt.

In der Jahnstraße, zwischen der Bahnhof- und Wolfstraße, würde sich das Verkehrsaufkommen laut dem Verkehrsgutachten, das von der Stadt Olching in Auftrag gegeben wurde, um ca. 178% erhöhen. Es zeigt auch, dass ein Einkaufszentrum den Verkehr in der Olchinger Hauptstraße um zusätzliche ca. 32 % verstärken würde. „Das muss zwangsläufig zum Verkehrschaos führen!“, ist sich Josef Arlt, Mitinitiator der Bürgerinitiative Paulusgrube sicher.

Die Bürgerinitiative fordert, die Chance der Bebauung im Sinne der Bürger zu nutzen und mit Weitblick einen Stadtkern zu schaffen, der Olching einzigartig macht und Menschen miteinander verbindet. „Ein Zentrum, auf das auch zukünftige Generationen stolz sein können!“, so Hubert Widmann. Die Olchinger Mitte soll als Platz der Begegnung und des Erlebens gestaltet werden, mit einem Biergarten und einem Platz für Kultur. Unabdingbar ist für die Initiatoren, dass die zentralen Flächen im Besitz der Stadt Olching bleiben und nicht kurzsichtig an einen Investor verkauft werden.

Bis Freitag, den 31.07.2020 haben die Olchinger noch Zeit, Einspruch gegen die aktuelle Investorenplanung bei der Stadt einzureichen. Genauere Infos sowie eine Muster-Einspruchskarte, die auch in vielen Olchinger Geschäften ausliegt, ist unter www.paulusgrube.de zu finden.

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3 Antworten zu Bürgerinitiative gegründet: Einspruch gegen den Bebauungsplan Paulusgrube noch bis 31.07.2020

  1. Alfred Münch sagt:

    Wer verfolgt hier welche Ziele?

    Ich lese die o.a. Verlautbarung und frage mich, was haben die Initiatoren dieser Aktion für Ziele?
    Olching muss zukunftsfähig bleiben, denke ich.
    Olching soll mehr Ökologie wagen, und zwar die Stadtverwaltung mit all ihrem Tun, die Olchinger Wirtschaft und wir alle, die wir Olchinger Bürger*innen sind. Anders funktioniert Ökologie nicht.
    Olching soll wirtschaftlich handeln, das gilt vor allem für die Stadt. Die sind wir alle! Das konkrete Handeln wird vorrangig durch die Beschlüsse des gewählten Stadtrates und der Verwaltung sowie durch die Finanzen der Stadt bestimmt.
    Olching soll eine soziale Stadt bleiben, in der nicht einige wenige „Gwabbelte“ die Marschrichtung der Stadtentwicklung bestimmen, z.B. große Grundbesitzer und Unternehmen / Unternehmer. Dazu gehört im Ballungsraum München z.B. die Sicherung ausreichenden erschwinglichen Wohnraumes.

    Dem folgt nach meiner tiefen Überzeugung die Planung zum Bahnhofsareal, das keineswegs nur die Paulusgrube alleine umfasst. Die ist gerade mal ein Drittel der Gesamtfläche, dort besteht ein völlig unzeitgemäßes Baurecht und zum Glück hat die Stadt Olching durch die zupackende Initiative von Bgm. Magg heute weit mehr Grund erworben, als nur die Paulusgrube selbst. So entstanden auch völlig neue Chancen für die Zukunftsplanung der Stadt in diesem Kernareal.
    Wenn hier nun, nach einem wirklich jahrelangen offenen und vielfach öffentlich diskutierten Konzept- und Planungsprozess, plötzlich mit an den Haaren herbeigezogenen und teils frei erfundenen Argumenten eine BI auftritt, die bisher nie in Erscheinung getreten ist, dann gilt es zu fragen: Was sind die Interessen der Initiatoren ???

    So ist z.B. die Behauptung, die Stadt wolle ihre Flächen an einen Investor verkaufen, bisher nie im Stadtrat diskutiert oder gar beschlossen worden.
    Lediglich das Interesse eines Investors, der in der Stadt vorgesprochen hat, ist noch keine Grundlage für diese Behauptung, mit der offenbar der Eindruck erweckt werden soll, Olchings Kernstadt würde verhökert. Darüber muss der Stadtrat entscheiden. Dies unter Beachtung der konkreten Finanzsituation Olchings und der mittelfristigen Möglichkeiten der Stadt ebenso wie unter Beachtung der o.g. Ziele.

    Die Bürger*innen mit Unhaltbarkeiten in die Irre zu jagen, ist kein verantwortlicher Beitrag zu unserem Gemeinwesen.
    In letzter Sekunde damit aufzutreten, wirft Fragen nach den Zielen auf.

    Ich kann allen Bürgern*innen nur raten, sich sorgfältig über die existierende Planung zu informieren und mit den Argumenten der Gegner wie der Befürworter gründlich zu beschäftigen. In diesem Projekt steckt viel Hirnschmalz diverser Fachleute sowie viele Ideen der Olchinger Politik. Olching sollte nicht wieder von vorne mit Debatten beginnen, die seit über 35 Jahren überfällig sind. Olching ist so weit wie nie zuvor in einer zukunftsorientierten Planung, die die Stadt weiter bringt.

    Wer Interesse daran hat, den lade ich gerne ein, mit mir gemeinsam darüber nachzudenken, wie z.B. eine Bürgerinitiative „ZOo Zukunft Olchings organisieren“ aussehen könnte, die sich mit mehr als der aktuellen Paulusgrubenplanung beschäftigen sollte, diese aber kritisch-konstruktiv solange begleitet, wie dies erforderlich sein wird. Ein Gegenpol zu organisierten Einzelinteressen kann dabei sinnvoll sein, denke ich.
    Bei Interesse gerne einfach bei mir tel. oder per Mail melden.
    Meine Kontaktdaten sind öffentlich.
    Schönen Gruß
    Alfred Münch
    vormaliger Referent für Stadtentwicklung im Stadtrat Olching

  2. Michael aus Olching sagt:

    Wenn die Grundstücke schon verkauft werden sollen, dann bitte über das europäische Amtsblatt und über eine offizielle, reguläre Ausschreibung, wie es sich für städtische Grundstücke gehört und wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Für mich klingt das alles so, als wäre das Grundstück offiziell schon an einen Investor vergeben ?! Nämlich an Ehret+Klein aus Starnberg, die klassische Bauträger und Projektentwickler sind und damit viel Geld verdienen und die fertigen Immobilien dann an Endinvestoren verkaufen. Die Grundstücksvergabe sollte nach Durchführung des Bauleitplanverfahrens für den „Angebotsbebauungsplan“ offiziell ausgeschrieben werden, so meine Meinung.

    • Alfred Münch sagt:

      Wer auch immer solche Parolen in die Welt gesetzt hat oder setzt, bezweckt damit etwas, das wohl nur ihm dienen soll, denn niemand in der Verwaltung und kein Stadtratsgremium hat jemals derlei beraten oder gar beschlossen. Das Projekt ist allerdings nicht geheim diskutiert worden, sondern ganz im Gegensatz zu den öffentlich erhobenen Vorwürfen stets sehr öffentlich und auch vielfach, so dass sich Investoren dafür interessieren und auch melden. Sowas ist Teil unseres Wirtschaftsgeschehens und nicht per se unüblich oder gar unseriös.
      Was die Stadt Olching letztendlich macht, liegt alleine in deren Entscheidung.
      Aus meiner Sicht muss nicht mal extern verkauft werden, sondern eine Kopplung der Finanzmöglichkeiten der Stadt mit z.B. einer Bürgergenossenschaft, in der sich viele organisieren und an deren Engagement viele teilnehmen könnten, könnte eine solide Grundlage bilden, um ein solches Projekt finanziell zu realisieren. Örtliche Banken würden sicher ergänzen, wenn auf diese Weise ausreichend Eigenkapital zusammen kommt.

      Damit ist aber noch nicht festgelegt, was in dem Areal realisiert wird.
      Und genau das „Was“ wird ja wohl von den Initiatoren der BI angegriffen, mit aus meiner Sicht höchst fragwürdigen Argumenten.
      Nur ein Beispiel: Wo würde man andernorts noch mitten in einer Stadt Grünflächen statt einer Baunutzung fordern, wenn 150 Meter weiter die Amperauen erreichbar sind und durch die Projektplanung sogar besser als vorher? Was ist das für eine Logik?
      Aber dazu und zu den übrigen Argumenten der Verhinderer-BI wird es sicher noch viele Debatten geben.
      gez.
      Alfred Münch
      vormaliger Referent für Stadtentwicklung im Stadtrat Olchings

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