
Der Frauenanteil in Bayerns Politik ist nach wie vor niedrig. In den bayerischen Stadt- und Gemeinderäten sitzen nur knapp 22 Prozent Frauen. Und in nur 10 Prozent von Bayerns über 2.056 Gemeinden gibt es eine Bürgermeisterin.
Das will „Bavaria ruft!“ ändern, eine parteiübergreifende Initiative zur Förderung von Frauen in der Kommunalpolitik. Schirmherrin ist Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Das Ziel: Mehr Frauen in die Räte!
Auch wenn der Frauenanteil im Olchinger Stadtrat darüber liegt – er beträgt rund 36 Prozent –, gibt es auch hier noch Luft nach oben! Dass die grüne Fraktion derzeit nur aus Frauen besteht, kann nicht ausgleichen, dass es in einer anderen Fraktion dafür ausschließlich Männer gibt, und in der größten Fraktion der Frauenanteil noch unter dem bayerischen Durchschnitt liegt.
Bei der Kommunalwahl am 8. März haben die Olchingerinnen und Olchinger die Chance, diesen Anteil zu erhöhen, und sogar erstmals eine Frau zur Bürgermeisterin zu wählen. Denn gleich zwei Frauen stehen neben den beiden männlichen Kandidaten um das Bürgermeisteramt zur Wahl. Auch im Landkreis bewirbt sich eine Frau für das Amt der Landrätin – neben fünf männlichen Mitbewerbern.
Bavaria hat gerufen! Auf den Wahllisten stehen die Frauen bereit. Die Wählerinnen und Wähler können am 8. März entscheiden, ob auch sie dem Ruf folgen wollen.
Christiane Tupac-Yupanqui
Referentin für Migration, Integration und Gleichstellung














Liebe Frau Tupac, das habe ich auch nicht behauptet, im Gegenteil, ich habe geschrieben, dass ich die Initiative ansich gut finde. Haben Sie wohl überlesen.
Richtig Frau Hartl: das Frausein alleine macht niemanden zur besseren Wahl. Allerdings sagt das hier auch niemand. Dass der Frauenanteil in politischen Gremien oder auch in leitenden Positionen, Aufsichtsräten… beschämend gering ist, kann allerdings nicht verleugnet werden.
Der Initiative „Bavaria ruft!“ geht es darum, Frauen für ein kommunalpolitisches Amt zu gewinnen – mit gezielter Unterstützung, öffentlicher Sichtbarkeit und einem starken Frauennetzwerk. Das Credo ist: erleben, lernen, mitmachen, vernetzen.
Außerdem geht es nicht unbedingt darum, dass Frauen etwas besser machen. Vielmehr haben Frauen einen anderen Blickwinkel, der auch in politischen Gremien mehr zum Tragen kommen sollte.
Dafür steht „Bavaria ruft!“ Übrigens eine Blaupause der erfolgreichen schweizer Initiative „Helvetia ruft!“
Neben den beiden prominenten Schirmherrinnen von „Bavaria ruft!“ Ilse Aigner und Ulrike Scharf unterstützt Innenminister Joachim Herrmann – ebenfalls CSU – die Initiative. Sind die etwa alle auf dem Holzweg unterwegs, Frau Hartl?
Liebe Frau Dr. Jaschke, danke für Ihre Ausführungen. Nochmal: ich finde die Initiative gut, deshalb kann ich nicht nachvollziehen warum Sie von etwas anderem ausgehen als dem was ich geschrieben habe. Im übrigen können Sie aber davon ausgehen, dass ich sehr wohl informiert bin, welche Initiativen die CSU startet.
Vorneweg: Allein die Tatsache, dass man weiblich ist ist noch kein Grund Frau zu wählen. Und so entscheidet der Wähler, die Wählerin auch nicht. Was zählt ist am Anfang, sprich bei der ersten Kandidatur, wie symphatisch, durchsetzungsstark, geerdet eine Kandidatin ist, was ihre Vorstellung ist, wie bekannt sie vielleicht schon ist, sprich was man der Kandidatin zutraut und was nicht. Zweiter wichtiger Aspekt ist m. M. nach, dass Frauen deutlich weniger interessiert sind. Interessiert an der Politik ansich schon, aber nicht dauerhaft die zeitliche Verpflichtung wollen politisch aktiv sein zu müssen und in einem Stadtrat zu sitzen auf Jahre. Oft ist es auch so, dass Frauen bereits Ehrenämter auf anderen Ebenen haben, häufig mehrere. Ja und viele Frauen empfinden es auch nicht als Nachteil, wenn sie sich in erster Linie um die Kinder kümmern und den Männern den Rücken frei halten. Ich möchte damit sagen, dass es nicht an männerdominierten Fraktionen liegt, wenn es Frauen nicht ins Gremium geschafft haben. Entscheiden tut immer der Wähler, die Wählerin – da kann eine Liste noch so gut sein. Die Initiative ansich finde ich schon gut, denn oft ist es auch so, dass ein „weiblicher“ Blick auf die zu entscheidenden Themen nicht verkehrt ist bzw. zum nochmal drüber nachdenken anregt. Was ich aber für wichtig halte ist wenigstens ein paar Jahre als Stadträtin mitgearbeitet zu haben, bevor man sich zu höherem berufen fühlt. Und zum Schluß: die Punkte die in so manchem Wahlprogramm von einer Partei als erledigt abgehakt und jetzt im Wahlkampf als ihr Erfolg genannt werden, wären ohne die Mehrheit des Stadtrats nie realisiert worden bzw. entspringen oft auch den Anträgen anderer Parteien im Gremium. Soll heißen: da würde ich mir etwas mehr Gemeinschaftssinn wünschen in gegenseitiger Anerkennung von Gemeinschaftsleistungen. Mit Bürgermeister sind wir in Olching 31 Entscheidungsträger und dazu braucht es immer 16 Stimmen für einen Mehrheitsbeschluss und keine der Fraktionen hat 16 Sitze.
Liebe Frau Hartl,
Schirmherrinnen der Initiative „Bavaria ruft!“, die mehr Frauen in die Räte bringen möchte, sind Ihre CSU-Kolleginnen, die Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die Sozialministerin Ulrike Scharf! Außerdem wird die Initiative unter anderem vom Landesfrauenrat und dem katholischen Frauenbund unterstützt. So schlecht kann es also auch aus konservativer Sicht garnicht sein…
Beste Grüße,
Christiane Tupac-Yupanqui