![]()
Ein ziemlich gebrauchter Tag
Andere Vereine, die Jugend-Volleyball anbieten, wären sicher froh, so aus dem Vollen schöpfen zu können wie der SV Esting. Und andere wären froh, gleich zwei Teams unter den ersten acht von zwanzig Mannschaften platzieren zu können. Für Esting ist das zu wenig.
Leider war beim diesmaligen Spieltag von Anfang an der Wurm drin. Schon das Coaching lag im Argen – viele Betreuer und Trainer, die unsere Teams sonst coachen, waren selbst auf Spieltag. Damit hatten nur drei unserer fünf Teams eine feste Betreuung. Und weil auch noch Stammpersonal fehlte, mussten die fünf Teams vielfach neu zusammengestellt werden. Auch wenn die Mädels im Training in immer wieder anderen Zusammensetzungen üben und spielen – im Wettkampf ist’s dann doch was anderes.
Nachdem sich leider keines unserer Teams in der Vorrunde durchsetzen konnte, bekamen wir es in der Zwischenrunde mit den späteren Turniersiegern aus Lechrain zu tun, zogen dabei schon fast erwartbar den Kürzeren und fielen ins Mittelfeld zurück. Im Endklassement erreichten unsere Spitzenteams unter den zwanzig teilnehmenden Mannschaften schließlich die Plätze sechs und acht, was weder unserem Anspruch gerecht wird noch für die Teilnahme an weiterführenden Meisterschaften reicht.
Jetzt heißt’s erst ‚mal wegstecken, trainieren und wieder den Rhythmus finden. Ausreichend Potential ist ja vorhanden und bis zur Kreismeisterschaft in neun Wochen ist noch gut Zeit. „Jedenfalls werden wir da zu zeigen haben,“ so der Trainer Karl Haschke, „dass der Einbruch vom letzten Sonntag nur ein Ausrutscher war.“













Der Pressebericht ist detailliert und zeigt viel Engagement, aber einige Begriffe wirken für eine U13-Mädchenmannschaft meiner Meinung nach überraschend hart: „Einbruch“, „Anspruch nicht gerecht werden“, „Stammpersonal fehlte“ oder der Hinweis, die Mädchen hätten „zu zeigen“, dass es nur ein Ausrutscher war.
Solche Formulierungen stammen meines Erachtens eher aus dem Erwachsenenwettkampf oder Profisport und nicht aus dem Kinder- und Jugendsport.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt, der aus sportpädagogischer Sicht sensibel ist:
Die Kombination aus Pressebericht in diesem Tonfall und gleichzeitig veröffentlichten Fotos der Spielerinnen könnte den Eindruck einer öffentlichen Bloßstellung erzeugen – selbst wenn das nicht beabsichtigt ist. Kinder erleben solche Worte anders als Erwachsene, und Außenstehende lesen sie unmittelbar unter den Bildern der Spielerinnen.
Für U13 gilt jedoch, dass Entwicklung, Freude am Spiel, Selbstvertrauen und Teamgefühl im Vordergrund stehen sollten – nicht Ergebnisdruck oder „Anspruchs“-Rhetorik.
Platz 6 und 8 von zwanzig Teams sind gute Resultate, besonders bei Ausfällen, spontanen Umstellungen und fehlender Betreuung auf mehreren Positionen. Pädagogisch wäre ein positives, stärkendes Statement vielleicht sinnvoller: „Trotz Widrigkeiten souverän gespielt, viel gelernt und als Team gewachsen.“
Denn am Ende zählt vor allem eines: dass die Spielerinnen ihren Weg gehen, Spaß am Volleyball behalten und stolz auf das sind, was sie schon jetzt gemeinsam leisten.
Von mir unbekannterweise Glückwunsch an die Spielerinnen für den Einsatz und die gute Leistung !
A Gscheidhaferl als Follower – überflüssig…