Stellungnahme zum Bebauungsplan Paulusgrube von Stadtmarketing Olching e.V., Gewerbeverband Olching und Werbegemeinschaft OLCHINGplus

Übergabe der Stellungnahme im Rathaus

Sehr geehrter Herr Magg,
sehr geehrte Frau Kulosa,

vielen Dank für die wiederholte Möglichkeit, weiterhin frühzeitig in das Projekt „Paulusgrube“ eingebunden zu werden. Wir sehen das modifizierte erste Projekt als sehr positiv und erhoffen uns von der Umsetzung der dargestellten Ziele eine weitere Belebung unserer Ortsmitte und des gesamten Gewerbes der Stadt Olching.

Wir begrüßen den geplanten Durchstich der bislang nur halben Bahnunterführung im hinteren Bahnhofsbereich für Fußgänger und Radfahrer, um die Verbindung und Vernetzung beider Bahnseiten voranzutreiben. Die zweite Bahnunterführung wird grundsätzlich als Entlastung der Hauptstraßenunterführung notwendig bleiben. Die östliche Bahnhofstraße muss zu Lieferzwecken des dortigen, seit Jahrzehnten angesiedelten Gewerbes, auch weiterhin für den Schwerlastverkehr befahrbar sein.  Auch den geplanten Eingangsbereich für den Bahnhof, als „Tor zu Olching“, stehen wir sehr positiv gegenüber.

Die einzelhandelsbezogene Nutzung, ein Lebensmittelvollsortimenter mit 1.500 m² bis 2.000 m²,  max. fünf ergänzenden Geschäften mit untergeordneten Flächen (<100 m²) sollte auf maximal 2.500 m² festgeschrieben werden, damit keine Arkaden entstehen. Eine weitere Öffnung von Verkaufsflächen würde den Verkehr auf der jetzt schon stark frequentierten Hauptstraße nochmals erhöhen. Auch würden mit einer zu starken Öffnung von Ladenflächen die in der Hauptstraße angesiedelten Läden an Attraktivität verlieren und die im gesamten Landkreis einzigartige Einkaufsharmonie der Olchinger Einkaufsmeile darunter leiden.  Zusätzliche Gastronomie-, Café- oder Imbissnutzung sollen die Aufenthaltsqualität im neuen Bahnhofsbereich erhöhen. In den darüber liegenden Stockwerken sollten Büros, Arztpraxen, medizinische Einrichtungen, Freiberufler und ein Bürocenter oder ein Co-Working-Space für junge Unternehmen Platz finden. Eine öffentliche Toilette (behindertengerecht) ist in diesem Bauabschnitt absolut Pflicht. Eine Wohnnutzung sehen wir in diesem ersten Komplex ohnehin nur als Ausnahme.

Da  öffentlicher Grund in Olching rar ist, schlagen wir auch im zweiten Bauabschnitt eine weitere öffentliche Nutzung, im Gleichklang mit einer „altersgerechten“ Wohnbebauung vor. Eine Nutzung des Wohnraumes für weiteres altersgerechtes Wohnen ist definitiv auch in der Stadt  Olching dringend erforderlich. Der Standort wäre auch ideal für ältere Bewohner mit geringen Lebenseinschränkungen, da zentral gelegen, für Einkäufe und Zugang zum öffentlichen Nahverkehr.

Auch neu anzusiedelnde medizinische und therapeutische Einrichtungen wären von diesem Personenkreis gut zu erreichen. Über den geplanten Grüngürtel zum Mühlbach wäre auch die Anbindung in die  Natur ohne weite Wege für diese Personengruppe leicht möglich.

Ebenso ist aus unserer Sicht dort der ideale Platz für ein Kino, welches auf Grund der S-Bahn-Anbindung von Besuchern anderer Kommunen genutzt werden könnte. Auch können wir uns in diesem Abschnitt eine Stadthalle mit Bewirtung durch Olchinger Gastronomen bzw. Cateringunternehmen, für Veranstaltungen z. B. Hochzeiten, Abschluss- und Geburtstagsfeiern, kleinere Messen und Ausstellungen, in einer Größenordnung bis ca. 600 Personen vorstellen, da eine solche Einrichtung in Olching faktisch nicht existiert und das KOM für manche Veranstaltungen einfach zu klein ist. Außerdem sollte in diesem Abschnitt eine größere und attraktivere Stadtbibliothek, sowie das gesamte Rathaus angesiedelt werden. Da es sich hierbei um „Frequenzbringer“ für den Standort handelt. Den Rathausstandort am KOM stehen wir kritisch gegenüber, da dieser unserer Meinung zu klein und zu unattraktiv (kein Platz für einen attraktiven Vorplatz) für ein Rathaus ist. Dieser Platz wäre in unseren Augen für eine hochwertige Wohnbebauung besser geeignet.

Die Idee mit der Grünbrücke, den Bahnhofsplatz mit dem Mühlbach und den Amperauen zu verbinden betrachten wir als innovative Lösung, das Ortszentrum noch zu verschönern. Möglicherweise ist die dargestellte Umsetzung auf einem zweigeschossigen Parkhaus jedoch nicht optimal geeignet, eine Sichtbeziehung und damit eine Öffnung zum Mühlbach hin zu gewährleisten. Die geplante Landschaftsbrücke und das direkt angrenzenden Parkhausdach werden den Höhenunterschied von ca. 8 m doch deutlich zu Tage treten lassen. Hier sollte evtl. über ein eingeschossiges Parkdeck nachgedacht werden.

Wir regen an, die Parkplätze in erster Linie in das Hauptparkhaus unter dem Bahnhof zu verlagern. Falls die dortige Parkfläche nicht ausreichend sein sollte, könnte eine weitere Etage geplant werden. Damit rückt der Mühlbach auch optisch in unmittelbare Nähe zum Bahnhof, gerne auch aufgewertet mit einem mittelgroßen Biergarten am westlichen Geländeende zum Mühlbach hin.

Eine deutliche Parkplatzerweiterung begrüßen wir sehr. Auch die derzeitige Situation, der verfügbaren Parkplätze für die vielen Pendler muss erheblich verbessert werden. Wir freuen uns, dass Sie hier großzügig planen und stehen einer grundsätzlichen Parkraumbewirtschaftung unter gewissen Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing e.V, für das gesamte Areal und damit auch der Hauptstraße/ Nebenstraße nicht entgegen.

Sofern Sie detaillierte Erläuterungen unserer Vorstellungen benötigen, können wir Ihnen diese gern in einem persönlichen Gespräch darlegen. Für weitere Rückfragen und auch konstruktive Diskussionen stehen wir Ihnen gern jederzeit zur Verfügung und freuen uns auf die weitere Beteiligung im Entwicklungsprozess.

 

Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Sandra Pfend-Strobel                           Rainer Saalfeld      v

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