Böller statt Lasershow?

Eigentlich ist es einer guten Idee egal, von wem sie kommt. 

Eigentlich sollte den Entscheidern auch egal sein, ob sie diese selbst hatten.

Dennoch hat eine Stadtratsmehrheit aus CSU, ÖDP, FDP und Freien Wähler (dort ausgenommen Ruth Busl) die Bereitstellung einer Ausfallbürgschaft der Stadt für eine öffentliche Lasershow zu Sylvester abgelehnt.

Ich halte ein alternatives Sylvesterangebot – öffentliche Lasershow plus Kultur – für eine sehr gute Idee.

Und ich hätte auch erwartet, dass ein solches Stadtprojekt – als Vorbildprojekt pro Umwelt- und Klimaschutz – den Initiatoren nicht einfach vor die Füße geworfen wird, noch dazu mit dem zynischen Beschluss, sowas sehr zu begrüßen, aber Geld dafür gebe es keines. „Schaut´s, wie ihr das Geld zusammen bekommt, der Stadtrat begüßt´s, aber gibt keinen Cent“, das ist letztlich das Resümee dieses Mehrheitsbeschlusses.

Der beliebten Tradition zur Begrüßung eines neuen Jahres sollte auf diese Weise Rechnung getragen werden, ohne große Beeinträchtigung der Umwelt.  Die Kirchen hatten angeboten, durch ein Kulturangebot im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes die Silvesternacht zu bereichern. Der Erfolg der Stadt Puchheim mit ihrem Angebot eines öffentlichen Feuerwerks würde, auf Olching übertragen, sicher nicht geringer ausfallen, denke ich.

Dort nehmen lt. Auskunft der Stadt mittlerweile ca. 1.500 Menschen dieses Angebot wahr und verzichten auf die eigene Knallerei.

Wozu kann eine solche Veranstaltung dienen?

Private Böllerei kennt mittlerweile kaum noch Grenzen. Sie produziert erhebliche Feinstaubbelastung, hat gesundheitliche auf Mensch und Tier sowie – bundesweit betrachtet – auch einen Beitrag zu Klimaauswirkungen.

Unmengen von Böller-Dreck müssen in Olching vom städtischen Bauhof an Neujahr beseitigt werden.

Brände und teils erhebliche Verletzungen beschäftigen die Rettungsdienste bundesweit und auch in Olching, dies jedes Jahr mehr.

Kann oder muss das so weitergehen? Eine Lasershow bietet den Menschen in Olching eine echte Alternative. Ohne Verbote, als Angebot zum Nachdenken und Bedenken, wird das neue Jahr begrüßt.

Dies gerne gemeinsam, mit Lichteffekten und Musik, projiziert auf die Kirchenfassade. Die Kirchen haben angeboten, mit einem Kulturangebot nebst ökumenischem Gottesdienst den Vorabend zu begleiten.

Diese Art der Begrüßung des Neuen Jahres braucht zwar Strom,

  • produziert aber weder Feinstaub und damit Klimawirkungen,
  • noch Lärm in jeder Ecke der Stadt,
  • schont die Luft, staub- und lärmempfindliche Menschen sowie die Tierwelt.
  • Der Böllerdreck zu Neujahr entfällt zumindest anteilig zu den Menschen, die statt privater Böllerei das Angebot wahrnehmen.
  • Verletzungsgefahren entstehen durch eine Profi-Lasershow sicher weniger als bei anteiliger Böllerei, was die Rettungsdienste sowie die Ärzteschaft und auch die betroffenen Menschen verschont.

Was spricht angesichts dessen gegen ein öffentliches Alternativangebot in Olching, ohne Verbote, als Apell ans Nachdenken?

Mir fällt nichts ein!

Die saudumme Bemerkung von Gigl. sen. im Stadtrat zur Ablehnung dieser Initiative, Feuerwehrler würden zum Dienst „vergewaltigt“, ist für mich Geschwätz, um dem eigenen Sohn Schützenhilfe im Wahlkrampf zu leisten.

Das Gigl jun.-Argument, es koste städtisches und damit Steuerzahlergeld, ist kaum klüger. Das blieb als einziges über, nachdem die vorherigen Argumente gegen ein öffentliches Feuerwerk durch die Idee der Lasershow abgelöst waren.

Gigl jun. samt der CSU-Fraktion müssen sich fragen lassen: Kostet das Profi-Feuerwerk zum Volksfest nichts?

Dort werden die Kosten den Schaustellern zwar weiter berechnet. Die wären aber wohl schlechte Kaufleute, es nicht in ihre Preise einzukalkulieren, oder? Und wer zahlt die dann?

Ewald Zachmanns Aufforderung, die Unterstützer der Aktion (Kirchen, Ärztesprecher, Schulen, tw. Parteien, Stadtmarketing, Vereine u.ä.) sollten doch gefälligst selbst eine Lasershow organisieren und zahlen, nicht bei der Stadt um Ausfallbürgschaft nachsuchen, ist für mich provokativ unverschämt. Erstens hat niemand von denen nachgefragt, sondern die Verwaltung hat eine ihr vorgetragene Anregung positiv angenommen und einen Vorschlag dazu gemacht. Zweitens ist Zachmann´s Argumentation sehr bedacht destruktiv, denn

  • wer von den genannten Unterstützern soll das Kostenrisiko vorweg übernehmen?
  • wem will er es zumuten, als Institution oder persönlich für ca. 6-10tsd € Risiko zu bürgen, damit eine gesellschaftliche Aufgabe, ein Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, organisiert und geleistet wird?

Mit einer Ausfallbürgschaft der Stadt hätten die Initiatoren oder die Stadt selbst den Auftrag zur Lasershow auslösen können, denn der Dienstleister wird nicht bis Weihnachten warten, ob in Olching das Geld zusammenkommt, um ihn zu bezahlen.
So wird das nicht gehen, denn zuvor müssen nun von Unterstützern Spenden eingesammelt werden, diese müssen zur Kostendeckung reichen.

Es muss klar sein, woher ein evtl. Defizit abgedeckt werden kann bzw. wofür ein evtl. Überschuss verwendbar wäre. Das weiß auch der Rechtsanwalt Zachmann!

Was bezweckt er also mit seinen Tiraden?  Aus meiner Sicht nur etwas destruktives!

Ob  und welcher Deckungsbeitrag der Stadt verblieben wäre, kann heute niemand sagen. Es wäre wohl kein oder ein sehr überschaubarer Betrag für die Stadt geblieben.

Ohne die erbetene Ausfallbürgschaft der Stadt müssten die Initiatoren entweder ab Januar Geld einwerben für´s nächste Sylvester, um dann Mitte des Jahres zu sehen, ob´s langt für eine Auftragserteilung, oder aber elbst zahlen.

Ist diese Art bürgerschaftlichen Engagements das, was Zachmann will?

Mir stellen sich nach den Erfahrungen der Vergangenheit zum Verhalten der Stadträte Zachmann (Frau und Mann) folgende Frage:

Ist es richtig, selbst bei Feierlärm vor dem eigenen Balkon mit Tamtam vor Gericht zu ziehen, ist es wahrhaftig, jede Feier oder Bierflasche im Park zur Klage im Stadtrat nutzen,

ist es aufrichtig, selbst geschwollen über die Erfordernisse von Umwelt- und Klimaschutz zu reden,

aber dann  bei klassischen öffentlichen Vorbildaktionen als Stadtrat einen Beitrag der Stadt zu verweigern?

Mit welcher Berechtigung fordern Zachmann und -frau mitsamt ihrer FW-Fraktion (ausgenommen Ruth Busl) andere zum Organisieren und zum Zahlen auf?

Ist das nicht doch eine zu simple Art der Sachbehandlung, ausschließlich destruktiv, nie auch nur ein Funken konstruktiv ???

Die Initiatoren werden trotzdem weiter machen, seh´n was noch geht in diesem oder für´s nächste Jahr.

Und ich werde dabei sein, auch wenn ich mich fremdschäme für diese negative Botschaft an alle OlchingerInnen, denen Umwelt- und Klimaschutz wichtige Anliegen sind.

 

Alfred Münch
Mitglied des Stadtrats Olching (SPD)
Referent für Stadtentwicklung, Umwelt, Energie und Klimaschutz

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2 Antworten zu Böller statt Lasershow?

  1. Alfred Münch sagt:

    Guten Tag Herr Fritsch,
    Ich kann es akzeptieren, dass Sie mich nicht wählen, weil Sie andere Meinungen vertreten als ich. Aber finden Sie es nicht merkwürdig, dass ich mich von Ihnen als „kein Demokrat“ bezeichnen lassen muss, nur weil ich eine andere Meinung vertrete als Sie oder auch Herr Zachmann und seine Frau?
    Wo bleibt ein einziges Sachargument von Ihnen? Wo habe ich jemanden persönlich beleidigt? Wen habe ich als Dummkopf bezeichnet ? Außer eine Argumentation von Gigl senior als „saudumm“, weil er behauptete, ein zentrales Profi-Feuerwerk statt privater Böllerei führe zu Mehreinsatz von Feuerwehrleuten; das fand ich in der Tat die Umkehrung der Tatsachen und wenig intelligent. Wie finden Sie´s?)
    Demütig bekenne ich: Mich hat die Muse der Weisheit nicht spürbar erreicht.
    Aber mich hat auch nicht das Abschalten des eigenen Denkens und das Resignieren beim Kampf um Zustimmung zu (m)einer Meinung erreicht.
    Hinnehmen muss ich die Mehrheitsentscheidung des Stadtrates, aber weder muss ich sie akzeptieren, noch muss ich aufhören, an die eigene Beurteilungsfähigkeit der Bürger zu glauben. Um deren Einschätzung willen argumentiere ich.
    Halten Sie bitte für richtig, was Sie wollen, aber lassen Sie auch das gleiche für andere gelten!!! Sie dürfen Zachmann usw. lieben, ich muss es nicht deswegen auch.
    Freundlichst
    Ihr Alfred Münch

  2. Eddy Fritsch sagt:

    Herr Münch ist kein Demokrat! Jeder der anders argumentiert wird in Grund und Boden gestampft. Sowas kenne ich bislang nur von der AfD. Eine mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates egal ob dafür oder dagegen kann er nicht akzeptieren geschweige denn überhaupt respektieren. Seine Ausführungen zu Stadträten sind verbale Angriffe und böse Beleidungen. Hier in diesem Blog ist das zu verschiedenen Themen zu lesen. Münch ist der der die Weißheit mit dem Löffel gefressen hat und alle anderen die wie Ewald Zachmann schon seit über 40 Jahren im Stadtrat vertreten sind, sind die Dummköpfe. Weiter so! Das bringt Sie richtig gut voran und die SPD auch, bei der ich mich sowieso frage, warum sie ihren Herrn Münch nicht zur Räson bringt! Eine Partei mit solchen Köpfen ist für mich und meine Frau nicht wählbar.

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