Antrag an den Stadtrat der Stadt Olching zur Erneuerung des Bootshauses der Wasserwachtstation am Olchinger See

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
wir stellen hiermit seitens der CSU-Stadtratsfraktion folgenden Antrag und bitten
diesen in der nächsten Sitzung am 11.01.2018 zu behandeln. Der Antrag ist
zweigeteilt, Teil 1 zur öffentlichen Behandlung, Teil 2 zur nicht öffentlichen
Behandlung. Die Begründung des Teils 2 entspricht der des Teils 1 mit den
Ergänzungen im Teil 2.
Teil 1 – Öffentlich:
1. Der Bürgermeister wird beauftragt, mit dem Erholungsflächenverein in Kontakt
zu treten und mit diesem über eine Erneuerung des Bootshauses der
Wasserwachtstation am großen Olchinger See zu verhandeln. Der Stadtrat ist
über die Ergebnisse in Kenntnis zu setzen.
2. In den Vermögenshaushalt 2018 der Stadt sind 20.000€ für die Erneuerung
des Bootshauses der Wasserwachtstation einzustellen; wahlweise ist dieser
Ansatz bis zur Klärung von Punkt 1 mit einem Sperrvermerk zu versehen.
Zusätzlich sind für die Erneuerung des Bootshauses am Olchinger See
60.000€ in die Finanzplanung 2019 einzustellen.

Begründung:
Um die größtmögliche Sicherheit der Badegäste am großen Olchinger See zu
gewährleisten, hat die Stadt Olching die Wasserwacht Olching damit beauftragt, von
Mai bis September jeden Jahres den Wasserrettungsdienst am See zu stellen. Dabei
wird in ca. 3300 Stunden pro Jahr von insgesamt 64 aktiven ehrenamtlichen
Mitgliedern der Wachdienst am See abgehalten. Hinzu kommen noch Ausbildungsund
Trainingsstunden sowie Stunden für Maßnahmen zur Gewässerpflege. Könnten
diese Aufgaben nicht durch das Ehrenamt abgedeckt werden, müsste zu den
Wachzeiten seitens der Stadt Olching hauptamtliches Personal bereitgestellt werden
um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

Da die Förderung des ehrenamtlichen Engagements im Rettungswesen auch
moralische Pflicht unserer Stadt ist, muss die Wasserwacht den Anforderungen eines
zeitgemäßen Wachdienstes entsprechend ausgestattet sein. Die technische
Ausstattung erfolgt durch den Kreisverband, die Bereitstellung der Wachgebäude ist
hingegen eine städtische Aufgabe. Die Stadt Olching hat daher dafür Sorge zu
tragen, dass die Räumlichkeiten (Gebäude) der Wasserwacht am Olchinger See
deren Aufgaben entsprechend angemessen nutzbar sind.

Nicht zuletzt durch die vielen Stunden an Eigenleistung, welche die Mitglieder in den
vergangenen Jahren in ihre Wasserwachtstation investiert haben, ist diese derzeit im
Allgemeinen noch in einem passablen Zustand. Mit dem Bootshaus verhält es sich
hingegen anders. Hier konnte, trotz mehrfacher Versuche, wenig getan werden um
die marode Bausubstanz zu erhalten oder nachhaltig auszubessern. Es kommt an
einigen Stellen zu Undichtigkeiten im Dach und die Wände sind morsch. Zudem
müssen in den Wintermonaten große Teile der Gerätschaften (u. A. auch
Gerätschaften, welche für die Eisrettung unabdingbar sind) ausgelagert werden, da
eine Frostsicherheit im Gebäude nicht gewährleistet werden kann. Aus den
genannten Gründen hat die Wasserwacht daher schon früh Handlungsbedarf
angemeldet. Bereits vor ca. 8-9 Jahren kam es zu einem Haushaltsansatz von ca.
15.000€, der allfällige Renovierungsarbeiten abdecken sollte. Der Betrag wurde
allerdings nicht abgerufen, da ebenfalls der Neubau einer einfachen Holzhütte im
Raum stand und diese Thematik nicht abschließend geklärt werden konnte. Ein
erneuter Anlauf vor ca. 5 Jahren, bei dem es auch zu einer Vor-Ort Begehung mit
dem Herrn Bürgermeister, Frau Abresch, Herrn Neubert und Herrn Besenthal vom
Erholungsflächenverein gekommen ist, brachte abermals keinen Fortschritt. Im Jahr
2014 wurde seitens der Verwaltung ein erneuter Versuch unternommen; dieser blieb
abermals ergebnislos. Die vergeblichen Versuche eine Lösung für das Bootshaus zu
finden, haben leider nur zu mehrmaligen Enttäuschungen der ehrenamtlichen
Mitglieder unserer Wasserwacht geführt. Der Zustand des Bootshauses hat sich in
der Zwischenzeit weiter verschlechtert, die Bilder im Anhang dieses Antrags
verdeutlichen den desolaten Zustand. Bei Stürmen ist die Standsicherheit fraglich. Es
ist daher dringend an der Zeit Abhilfe zu schaffen und ein zeitgemäßes, den
Aufgaben unserer Wasserwacht und den an sie gestellten Anforderungen
angemessenes Bootshaus zu bauen. Dies erfordert den Abbruch des alten
Bootshauses und den Bau eines neuen Gebäudes. Hierbei ist die derzeit beengte
Situation zu berücksichtigen. Das aktuelle Bootshaus stammt aus den Siebziger
Jahren und war für die damals wesentlich kleineren Rettungsboote ausgelegt. Die
Ausrüstung für die Rettungstaucher ist derzeit in einem Container auf dem Parkplatz
untergebracht und sollte im Rahmen des Neubaus in das Bootshaus integriert
werden, um ein schnelles Ausrüsten im Einsatzfall zu ermöglichen.
Die Anzahl der Badegäste ist, nicht zuletzt durch die gestiegene Einwohnerzahl
unserer Stadt, deutlich gewachsen. Damit einher geht eine gestiegene Zahl an
Einsätzen im Wasserrettungsdienst, welche eine zeitgemäße Ausstattung der
Einsatzkräfte erfordert. Die Errichtung eines funktionalen Bootshauses, welches den
schnellen Einsatz der Rettungsmittel wie Rettungsboot und Rettungstaucher o.Ä. bei
den zeitkritischen Einsätzen ermöglicht, ist der konsequente Schritt, um die
Sicherheit der Badegäste und der Rettungskräfte auch in Zukunft zu gewährleisten.

Im Zuge des Neubaus ist zusätzlich über die Ertüchtigung der Slip-Anlage
nachzudenken, da diese derzeit ein hohes Verletzungsrisiko darstellt.
Nachdem der Wachbetrieb und damit die Sicherheit der Badegäste stets Vorrang
hat, muss sowohl der Abbruch des Altbaus als auch der Neubau außerhalb der
Badesaison erfolgen. Der Abbruch und die Herstellung der Fundamente sowie der
Bodenplatte für das neue Bootshaus kann im Herbst 2018 erfolgen. Die dafür
bereitzustellenden 20.000€ in 2018 sollten dafür ausreichend sein (siehe Angebote
im Anhang). Im Frühjahr 2019 sollte dann der Aufbau des neuen Bootshauses inkl.
des dazu gehörigen Innenausbaus erfolgen. Unter Berücksichtigung dieses
Zeithorizonts ist eine Inbetriebnahme des Bootshauses pünktlich zum Beginn der
Badesaison am 01.05.2019 realistisch.
In der Hoffnung auf Ihre Zustimmung, verehrte Kolleginnen und Kollegen, verbleiben
wir mit den besten Grüßen.
Maximilian Gigl
Stellv. Fraktionsvorsitzender
gez.
Andreas Hörl
Stadtrat

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