Zu den 17 Elektrobussen, die seit Frühjahr 2025 auf den Linien 830 (Puchheim – Gröbenzell – Lochhausen), 835 (Olching innerorts) und 843 (Fürstenfeldbruck – Emmering – Olching) im Einsatz sind, werden im Dezember 2027 auf den Linien 845 (Fürstenfeldbruck innerorts) und 873 (Fürstenfeldbruck – Maisach) sowie im Dezember 2028 auf den Linien X850 (Fürstenfeldbruck – Puchheim Ort – Germering) und 855 (Puchheim innerorts) weitere 11 Fahrzeuge (plus ggf. ein zusätzliches Reservefahrzeug) hinzukommen.
Aber nicht nur Linienbusse fahren künftig elektrisch. Die FLEXlinie (ehemals MVV-RufTaxi) mit ihren 17 Minibussen wurde mittlerweile vollständig auf Batteriebetrieb umgestellt. Das On-Demand-System ist damit flächendeckend für das gesamte Landkreisgebiet elektrifiziert. In Summe wird die Elektrobusflotte ab Dezember 2028 dann bereits 45 Busfahrzeuge umfassen.
Landrat Karmasin zu den aktuellen Entwicklungen im Öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Fürstenfeldbruck:
„Wir haben im Landkreis über die Jahre bereits ein ausgezeichnetes ÖPNV-Angebot aufgebaut, das im Vergleich zu allen bundesdeutschen Landkreisen als Referenzklasse dient. In Zeiten knapper Kassen gilt unser Hauptaugenmerk natürlich der wirtschaftlichen Ausgestaltung und der Sicherung des bisher Erreichten. Gleichzeitig arbeiten wir intensiv an der Zukunftsfähigkeit unseres ÖPNV. Dazu zählt neben der Digitalisierung auch die Klimaneutralität. So freut es mich besonders, dass wir mit der kommenden Elektrifizierung unserer Linienbusse, unterstützt durch erhebliche Bundesfördermittel, und seit kurzem auch der FLEXlinie einen erheblichen Schritt in Richtung eines emissionsfreien ÖPNV machen.“
Der Landkreis hatte sich an einem Förderaufruf des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) für die Umstellung der ÖPNV-Buslinienverkehre auf alternative Antriebe beteiligt und nun für die Linien 845, 855, 873 und X850 Zusagen für eine Bundesförderung von bis zu 2,268 Mio € erhalten. Die offizielle Urkundenübergabe erfolgte am 24.02.2026 in Berlin durch Bundesverkehrsminister Schnieder.
Jan Halbauer, Kreistagsreferent für Verkehr, ÖPNV, Straßen und Radwege hierzu:
„Es war richtig, frühzeitig in die Transformation unserer Busflotte zu investieren, denn die Bundesförderung beschleunigt die Umstellung und macht sie finanzierbar. Zusätzlich erwarten wir über die nächsten Jahre spürbare Vorteile bei Betriebs- und Wartungskosten. Das ist Klimaschutz, der sich auch wirtschaftlich rechnet. Für die Menschen im Landkreis heißt das ganz konkret: weniger Lärm und bessere Luft – gerade in unseren Ortskernen. Am Ende zählt ein verlässlicher ÖPNV, der eine echte Alternative zum Auto ist und deshalb bauen wir die Ladeinfrastruktur im Depot und an wichtigen Knoten konsequent mit aus.“
Das zukunftsorientierte Angebot von FLEXlinie wird weiter optimiert, indem zusätzliche Ausstiegshaltestellen für die Fahrgäste eingerichtet werden. Damit können Lücken für die Fahrtziele geschlossen werden, bei denen Haltestellen bisher fußläufig weiter entfernt lagen. Insbesondere in den späten Abendstunden und nachts wird so das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht. Im Vorfeld wurden alle 23 Landkreisstädte und -gemeinden angefragt und mittlerweile haben sich 11 Landkreiskommunen mit konkreten Standortwünschen gemeldet. Hintergrund dieses Konzepts war ein Ergänzungsantrag des Kreistagsreferenten für Strukturpolitik und ländlichen Raum, Hubert Ficker, in der Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Energie, Umwelt und Planung am 18.09.2025.
Kreistagsreferent Hubert Ficker zur Umsetzung seine Antrages:
„Seit vielen Jahren fahren unsere öffentlichen Verkehrsmittel bereits in der ‚ÖPNV-Champions-League‘. Einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leistet unser RufTaxi-Angebot mit dem neuen Namen FLEXlinie, das wir sukzessive am Abend und in der Nacht in allen Städten und Gemeinden auf weitere neue und digital hinterlegte Ausstiegshaltestellen ausweiten. Damit steigern wir die Attraktivität unseres Landkreis-Angebotes noch weiter, bieten noch mehr Komfort und erhöhen zudem das subjektive Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste.“
Dass nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Anwohner der entsprechenden Busstrecken mit der Elektrifizierung des schon per se attraktiven ÖPNV-Angebots hoch zufrieden sind, zeigen zum einen die immer weiter steigenden Fahrgastzahlen. So wurde für November 2025 mit durchschnittlich ca. 61.000 Beförderungsfällen je Werktag ein weiteres Allzeithoch erreicht. Ergänzend hat ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der MVV GmbH bis Ende 2025 in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und München sowie in der Stadt Erding Fahrgäste, die mit Elektrobussen unterwegs waren und Anwohner, die an den von E-Bussen befahrenen Strecken wohnen, befragt.
Dazu Max Keil, Kreistagsreferent für Umwelt und Energie:
„Die Zeitenwende in den Bereichen Umweltschutz, Energieversorgung und Mobilität ist bei unserer Bevölkerung angekommen. Es ist daher nur konsequent, dass der Landkreis bei Maßnahmen zum öffentlichen Verkehr zukunftstauglich handelt und bei Neuausschreibungen und Neuanschaffungen Verbrennungsmotoren größtenteils der Vergangenheit angehören.
Moderne Elektrobusse sorgen auch dafür, dass die Lärmbelästigung in den bewohnten Gebieten stark reduziert wird! Meine Puchheimer Mitbürger bewerten die Busse auf der Linie 830 als sehr positiv. Nicht nur die Geräuschbelästigung, sondern auch die Abgase waren in unserer Einkaufsstraße ein großes Problem. Radfahrer zeigen sich erfreut, weil sie nicht mehr hinter ‚stinkenden Dieselbussen‘ herfahren müssen.“
Im Gesamtergebnis kommen die E-Busse sowohl bei den Fahrgästen als auch bei den Anwohnern sehr gut an. Eine weitere Umstellung wird von der überwiegenden Mehrheit beider Gruppen ausdrücklich begrüßt (bei den Anwohnern z.B. von ca. 90 Prozent). Zudem zeigt sich bei den Anwohnern, dass sich durch die Nähe der Haltestellen bzw. des Linienwegs zur Wohnung eine entsprechende Nutzungshäufigkeit ergibt (z.B. fährt ein gutes Drittel der an der 843er Strecke wohnenden Befragten täglich oder fast täglich mit dem Bus).
Diese erfreulichen Entwicklungen zeigen die weiter steigende Attraktivität und die Zukunftsfähigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Quelle und immer wieder aktuelle Infos unter https://www.lra-ffb.de/













