Photovoltaik auf kleinen Flächen – warum es oft schwieriger ist, als man denkt

Anbei ein Foto unserer Garage. Ein unscheinbares Bild – und doch steht es sinnbildlich für mehr als zwei Jahre vergeblicher Bemühungen, diese Fläche mit Photovoltaik auszustatten. Noch immer ist auf dem Garagendach keine einzige Solarmodulfläche zu finden.

Dabei scheitert es nicht an den Menschen vor Ort. Die Genehmigung aller Miteigentümer unserer Wohnanlage liegt vor, und wir haben ein wirklich gutes und konstruktives Verhältnis zueinander. Zwar konnten sich bisher keine weiteren Eigentümer für Photovoltaik auf der Garage begeistern, sodass es sich aktuell nur um eine kleine Fläche handelt – doch auch das wurde von allen mitgetragen.

Die eigentliche Hürde lag ganz woanders: bei der Umsetzung.

Wir haben zahlreiche Firmen angeschrieben. Eine einzige war tatsächlich vor Ort, von den meisten haben wir nicht einmal eine Rückmeldung erhalten. Erst nach fast zwei Jahren erklärte uns schließlich ein Elektriker offen, warum: Der Auftrag sei schlicht nicht rentabel. Für das Garagendach wäre eine statische Begutachtung nötig, zusätzlich ein Gerüst für die Installation der Module. Dazu kommen Fahrtkosten und der allgemeine Aufwand. Realistisch gerechnet müsste man mit mindestens 5.000 Euro für gerade einmal zwei bis drei Solarmodule rechnen – eine Investition, die sich für uns als Nutzer kaum amortisieren würde.

Natürlich ist mir bewusst, dass Sicherheit oberste Priorität hat. Und ebenso, dass größere Aufträge für Handwerksbetriebe wirtschaftlich deutlich attraktiver sind. Trotzdem frage ich mich ehrlich, ob hier nicht manchmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird – oder ob gut gemeinte Bürokratie und notwendige Standards in der Summe dazu führen, dass kleine, eigentlich sinnvolle Projekte gar nicht erst realisiert werden.

Mir geht es an dieser Stelle ausdrücklich nicht ums Jammern. Sondern ums Informieren und Inspirieren. Denn ich bin mir sicher: Wir sind nicht die Einzigen in Olching, die kleinere Dach- oder Garagenflächen hätten, die sich für Photovoltaik eignen würden. Wie viele solcher Flächen bleiben ungenutzt, obwohl der Wille da ist?

Vielleicht wäre ein Ansatz, genau solche kleinen Aufträge zentral zu bündeln – sodass sie für kleinere, ortsnahe Firmen wieder wirtschaftlich interessant werden. Eine Art Sammelstelle oder Koordination, bei der aus vielen kleinen Flächen ein größeres Projekt wird.

Nach langer Suche und dank persönlicher Empfehlungen haben wir immerhin eine Firma gefunden, die auf einer kleinen Fläche des Vordaches unseres Hauses Photovoltaik installiert hat. Und vielleicht ergibt sich über diesen Kontakt ja irgendwann auch eine Lösung für unsere Garage.

Bis dahin bleibt dieses Foto – als Erinnerung daran, dass die Energiewende nicht nur an großen Visionen hängt, sondern oft an sehr konkreten, ganz praktischen Details.

Dem Olching Blog Team sind die Kontaktdaten des Beitrags bekannt – bei Interesse an Lösungen bitte mit dem Olching Blog unter info@olchingblog.de  kontaktieren.

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