Leserbrief nach dreieinhalb Jahren zum Artikel „Winterurlauber“ vom 12. 2. 2015

Dr. Tomas BauerSehr geehrte Damen und Herren der Süddeutschen Zeitung in Fürstenfeldbruck,

betrachten Sie es als Kompliment, dass ich mich noch nach dreieinhalb Jahren an Ihre Berichte und Kommentare erinnere. So auch daran, wie Sie (und in der Folge die Konkurrenzparteien) den Landrat Thomas Karmasin kritisierten, weil der darauf hingewiesen hatte, dass die meisten Asylbewerber vom Balkan ohne Anspruch auf Asyl und nur deshalb kämen, um den Winter über vom deutschen Sozialsystem zu profitieren.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet nun am 1. Oktober in einem Artikel über Mazedonien, wie  dortige Bürger von der damaligen Praxis berichten. Wörtlich: „Früher gingen viele Roma … im Winter nach Deutschland, Asyl beantragen. Sie wussten natürlich, dass sie keines bekommen würden, aber sie wussten auch, dass die Verfahren in Deutschland monatelang dauern. Wer im Oktober den Antrag stellte, war bis März versorgt in Deutschland … Mit den verkürzten Bearbeitungszeiten Asylantragsteller vom Balkan sei das nicht mehr so attraktiv wie früher: Die Leute werden schon nach zwei Wochen wieder zurückgeschickt, dann lohnt sich die Reise nicht.“

Das zeigt, wie oft die CSU auch dann richtig liegt, wenn sie von anderen kritisiert wird. CSU-Vertrer haben die intellektuelle Kraft, die Welt und die Menschen realistisch zu sehen und den Mut, diese Sicht auch nach außen zu vertreten.

Weiter: Ein großzügiges Sozialsystem schafft zusätzliche Anreize, nach Deutschland zu kommen. Das gilt auch  für die von vielen geforderte Arbeitserlaubnis für Immigranten, deren Bleibe-Status noch nicht entschieden ist.

Ein drittes: Die Bundesregierung, insbesondere die Innenminister von CDU und CSU haben in den letzten Jahren tatsächlich eine Menge erreicht, um die Immigration zu steuern. Es gibt nicht nur Streit, sondern auch Erfolge. Selbst wenn diese ein wenig untergehen.

Dr. Tomas Bauer,
Stadtrat in Olching

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4 Kommentare zu Leserbrief nach dreieinhalb Jahren zum Artikel „Winterurlauber“ vom 12. 2. 2015

  1. Fritz Hartig sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Bauer,
    Offensichtlich haben Sie bzw. die CSU ein Problem damit, dass Asylbewerber „in unsere Sozialsysteme einwandern“. Nun, da habe ich ein Mittel dagegen: setzen Sie sich bei unserem Landrat Karmasin dafür ein, dass das strikte Arbeitsverbot für Asylbewerber ohne Aufenthaltstitel aufgehoben wird. Das hebt nicht nur das Selbstwertgefühl, es entlastet den Steuerzahler, vermeidet ein „Rumhängen“, hebt das Ansehen aus der Sicht der Bevölkerung und die Betriebe, die händeringend nach Arbeitskräften suchen, werden es Ihnen auch danken. Oder glauben Sie wirklich, dass ein Arbeitsverbot einem einzigen Flüchtling aufhält, die Flucht aus einem Kriegsgebiet, vor Folter oder bitterer Armut anzutreten?
    Und wie die Bevölkerung über die Politik der CSU auch in der Asylfrage denkt, werden wir ja sicherlich am Wahlergebnis ablesen können.
    Mit freundlichen Grüßen
    Fritz Hartig
    Im Asylhelferkreis Olching

  2. Hello Again sagt:

    Eines ist zumindest sicher: die AfD muss keinen eigenen Ortsverband in Olching gründen. Das einseitige, populistische Gedankengut ist durch Herrn Dr. Bauer ausreichend in der CSU repräsentiert. Ein durchaus gelungenes Beispiel erfolgreicher Integrationsbemühungen. Möchte man von der CSU gar nicht erwarten.

  3. Georg Draude sagt:

    Sehr geehrter Herr Bauer,

    Ihnen scheint wie auch einigen Ihrer Parteifreunde das C und das S abhanden gekommen zu sein, stattdessen arbeiten Sie an einer Union mit Rechtsaußem.

    Wo bleiben bei Ihnen christliche und humane Werte, wenn Sie die Deals mit Erdogan und der sogenannten libyschen Küstenwache als „Erfolge bei der Steuerung von Immigration“ feiern? Das Sterben wird dadurch nur vom Mittelmeer in die Sahara verlagert, und freiwillige Seenotretter werden kriminalisiert.

    Ihre intellektuelle Kraft scheint mir eher sehr kurzfristig auf den 14.10. fokussiert zu sein und bedient dabei rechtspopulistische Methoden wie Sozialneid und Fremdenangst.

    Dr. Georg Draude
    Olching

  4. Marina Freudenstein, Stadträtin in Olching sagt:

    Sehr geehrter Herr Stadtratskollege Bauer,
    Sie zündeln im Stadel voller Heu und Stroh und spielen mit dem Feuer. Ressentiments bedienen, schwache Minderheiten gegeneinander aufbringen ist eines Stadtrats nicht würdig. Wir sollten die Stadtgesellschaft zusammenhalten, zu einem solidarischen Miteinander beitragen und nicht Öl ins zerstörende Feuer der spalterischen AfD schütten. Vielen CSU Vertretern fehlt die emotionale und soziale Intelligenz, die Welt und die Not der Menschen realistisch zu sehen und es fehlt euch die intellektuelle Kraft und der Mut, an diesem Defizit zu arbeiten. Traurig, was Sie mit Ihrem Beitrag zum Ausdruck bringen.

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